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Uhrenbild: Wer hilft weiter?


Monique Bonanomi ist dankbar für jeden Hinweis.

Auf dieser Webseite habe ich ein Uhrenbild beschrieben. Mit "wer-weiss-was", einem Netzwerk zum Austausch von Wissen, befrage ich verschiedene Expertinnen und Experten über dieses Bild. Die Antworten notiere ich laufend. Die Umfrage geht weiter!


Bei meinen Verwandten hängt dieses Bild (Öl auf Leinwand).

Ich möchte gerne wissen, welche Stadt auf dem Bild dargestellt ist, wer der Maler sein könnte und wann das Bild gemalt worden ist. Ich möchte auch mehr wissen über die vielen Einzelheiten, die auf dem Bild dargestellt sind, z.B. die Kleidungen, die Handwerke und die Schiffe.

Stammt die Uhr aus derselben Zeit wie das Bild?

 

Die folgenden Bilder zeigen Ausschnitte.

Jeder Ausschnitt kann auch im Grossformat betrachtet werden.

Grossformat

Antworten aus "wer-weiss-was":

 

2001.05.16,  Birthe: 

"...Die Malweise ist weder klassisch, noch klassizistisch, noch romantisch. Architektur und Figuren sind eher grob ausgeführt. Dies begegnet uns schon bei den frühen Niederländern des 16. Jahrhunderts (Brueghel). In Deutschland taucht ein ähnlicher Malstil um das Biedermeier herum auf, also von 1819-1849...."

 

2001.05.28: Gregor:

"...Es könnte sich um eine kleinere nordfranzösische Hafenstadt an der Atlantikküste (vermutlich Raum Normandie/Bretagne) in der Zeit um 1850-1900 handeln.

Hinweise dafür sind insbesondere die Steilküste und die Architektur (vgl. Stadtansichten von La Rochelle oder St. Malo). Möglicherweise gibt es einen Experte für Nordfrankreich, der weiterhelfen kann...."

 

Antworten aus "wer-weiss-was":

 

2001.05.27 Hans-Jürgen: 

"...Bilder- oder Rahmenuhren kamen laut Bassermann/Jordan/Bertele in dem Buch "Uhren" gegen Mitte des 18. Jahrhunderts in Frankreich in Mode. In dem Buch Schwarzwalduhren von H. Jüttemann ist eine Rahmenuhr abgebildet, welche ein ähnliches Motiv zeigt. Hier wird auch berichtet, dass es seit 1830 Rahmenuhren gibt, die wie Ölgemälde wirken, gab...."

 

2001.05.20 Heinrich:

"...Ausgehend von dem Glattdeck-Seitenraddampfer und dem Fabrikschornstein (?) im Hintergrund rechts von der Bildmitte würde ich das Bild zeitlich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ansiedeln...."

2004.05.07Antwort von Marc-Antoine B.

Mein Neffe Marc-Antoine B. kann sich erinnern, dass er das Bild als kleiner Knabe jeweils bei seinen Grosseltern bestaunt hatte. Es erweckte in ihm damals den Eindruck von weiter Welt und von Abenteuerlust. Seither sah er das Bild nie mehr. Sein heutiges Urteil:

"Landschaft und Gebäude erinnern mich an die Gegend der Côte d'Azur zwischen Genua und Nizza. Das Schloss empfinde ich als Fremdkörper in dieser Umgebung. Es gehört eher nach Nordfrankreich oder nach Deutschland."


Von welchem Land ist dieser rot-weiss-blaue Wimpel? Kommt das Schiff aus diesem Land, oder sind es die Farben der Hafenstadt? Welche Typen von Schiffen sind auf diesem Bild dargestellt?

 

Grossformat

Antworten aus "wer-weiss-was":


2001.05.21,  Alexander: 

"...Der Wimpel stellt die Französische Trikolore dar (blau/weiss/rot). Hierbei sieht man die "Rückseite" des Wimpels, weil der Wind vom Meer her bläst...."

 

2001.05.27 Hans-Jürgen: 

"...Um diese Zeit gab es auch schon Dampfschiffe. Das Bild muss also um 1830-1850 entstanden sein...."

 

Antworten aus "wer-weiss-was":


2001.05.20 Heinrich:

"...Der Wimpel auf dem Segelschiff zeigt wahrscheinlich die französischen Farben. Vielleicht Nordfrankreich. Für Holland bzw. Flandern passt die Landschaft nicht...."


Aus welcher Zeit stammt dieses Dampfschiff? Ist es die Darstellung eines bestimmten Schiffes, oder ist es eine Fantasie des Malers? Auch hier sind zwei rot-weiss-blaue Wimpel zu sehen. Auf dem Schiff befinden sich vermutlich einige Soldaten.

 

Grossformat

Antworten aus "wer-weiss-was":

 

2001.05.16,  Birthe: 

"...Das Dampfschiff ist sehr markant, vor allem im Gegensatz zu den dahinterliegenden Segelschiffen. 1763 setzte die Revolution in GB ein, sprich: Dampfmaschine. Das Bild kann also aus dem 18. oder 19. Jahrhundert stammen (obwohl mir Anfang 18. Jahrhundert wahrscheinlicher scheint). Wahrscheinlich wird sich der Besitzer schon näher mit Wimpeln etc. auseinandergesetzt haben. Mein Vater entdeckte unter diesen Farben die Ostindienkompanie der Niederlande. Niederlande scheint mir auch recht wahrscheinlich, Haubentrachten bei den Frauen sind typisch...."

 

Antworten aus "wer-weiss-was":

 

2001.05.27 Hans-Jürgen: 

"...Um diese Zeit gab es auch schon Dampfschiffe. Das Bild muss also um 1830-1850 entstanden sein...."

 

2001.05.20, Michael:

"...Ich kenne mich mit Uniformen von Heeren aus (also "Landsoldaten). Leider sind die Figuren auf dem Dampfboot zu klein, als dass sich hieraus was näheres sagen liesse. Allerdings scheinen es tatsächlich Offiziere zu sein, was sich aus den möglichen weissen Federbüschen schliessen liesse. Eine solche Huttracht war zu allen Zeiten für die Zivilbevölkerung ungewöhnlich.....


Was bedeutet die Verzierung am Heck des Schiffes? Könnten es die Initialen des Malers sein?

 

Grossformat

 

Auf der Kiste lese ich die Zahl 69. Was bedeutet diese Zahl? 1769, 1869 oder die Bezeichnung der Kiste?

 

Grossformat

Antworten aus "wer-weiss-was":

 

2001.05.21, Anny:

"...Bezüglich der Kleidung auf dem Uhrenbild kann ich nur ein paar Antworten geben, von denen ich aber nicht ganz sicher bin, ob sie auch richtig sind. 

Die Kleidung stammt aus dem 19. Jahrhundert.

Der Mann mit brauner Jacke, ans Fass gelehnt, trägt eine Lederschürze. Vielleicht ein Küfer oder Fasslieferant? Trägt einen Zylinder, vermutlich Chef des Mannes mit dem blauen Kittel. Dieser trägt gestrickte Zipfelmütze, Schlupfschuhe ohne Schnalle - somit ein Arbeiter...."

 


Welche Trachten tragen die Männer und Frauen? Wird hier gehandelt? Womit?

 

Grossformat

Antworten aus "wer-weiss-was":

 

2001.05.21,  Alexander: 

"...Hierbei dürfte es sich um einen Angehörigen der Französischen Streifkräfte handeln. Truppengattung: Linien-Infanterie. Zeitraum 1853-1860...."

 

2001.05.21, Anny:

"...Frauen tragen hoch stehende Mützen (Stülpe), weite, wollene Röcke, weisse Schürzen und Strümpfe. Diese Kleidung war in Hessen sehr verbreitet. Dann müsste aber das Wasser der Rhein sein. Dazu würde auch die Uferlandschaft passen. Dann könnte hier mit Wein gehandelt werden...."

 

Antworten aus "wer-weiss-was":

 

2001.05.16, Henriette:

"...Auf Grund der Tracht würde ich das Bild am ehesten in Holland ansiedeln, aber es wäre auch die Schwarzmeerregion möglich. 

Mein Rat: Wende Dich doch mal an das Bayerische Fernsehen in München. In der Sendung Kunst und Krempel kann man solche Objekte besichtigen und schätzen lassen..."

 

2001.05.21: Tina:

"...Allerdings würde ich aufgrund der Länge der Röcke der Frauen sagen, dass das Bild sich mindestens im 19. Jahrhundert befindet..."


Auf diesem Bild fallen mir auf:

Die rote Tracht der Frau links aussen.

Der Polizist oder der Soldat mit dem Gewehr.

Der Balken und das Seil neben der Haustüre.

Der Planwagen unter dem Torbogen.

Grossformat

 

Antworten aus "wer-weiss-was":

 

2001.05.21,  Anny: 

"...Der Balken neben der Tür ist vermutlich ein Lastenaufzug, um Ware von einem Wagen auf einen anderen umladen zu können. Es handelt sich hier ja offensichtlich um eine Handelsstrasse...."

 


Antworten aus "wer-weiss-was":

 

2001.05.20, Michael:

"...Ich kenne mich mit Uniformen von Heeren aus (also "Landsoldaten)...

Die bewaffnete Person beim Haus muss tatsächlich ein Soldat sein, denn ein Polizist hat üblicherweise eher einen Degen als ein Gewehr gehabt. Sichtbar ist ein relativ schmales hohes "Käppi". Auch trägt er normale Schuhe und Hosen - also keine Kniehosen und keine Gamaschen. Damit trifft es auf die mittlere bis spätere napoleonische Zeit zu, eher mittlere. Vielleicht so um 1800. Wenn man wüsste, welche Stadt es ist, liesse sich über mögliche Besatzungen der Zeitraum genau bestimmen. 

Des weiteren trägt er einen grauen Mantel. Damalige Sommeroberteile reichten nur bis zur Hüfte, weshalb es also entweder ein regnerischer Tag oder Frühling/Herbst sein muss. Darauf ist links sicher eine rote Epaulette auf der Schulter - ich vermute auch auf der rechten, hierzu ist die Auflösung allerdings zu klein. Die rote Hosen deuten auf Franzosen hin, für die so etwa typisch war. Die roten Epauletten deuten dann auf Elitegrenadiere an, die allerdings Fellmützen trugen. Vielleicht ist es auch ein "normaler" Franzose aus der nach-napoleonischen Zeit. Er scheint unter dem linken Arm den weissen Lederriemen des Gewehrs zu tragen, was auch zur Uniform passt. Ich sehe auch etwas goldenes schimmern, kann es aber nicht erkennen.

Dass er keine schwarzen Schuhe trägt, war damals üblich. Manchmal hatten die Soldaten sogar gar keine Schuhe. Man müsste die ganze Figur viel detaillierter sehen, dann lässt sich auch das Regiment und auch die Zeit genau erkennen.

Die beiden dabeistehenen, in grün gekleideten Personen, könnten sogar Jäger (also "Landjäger") sein und somit auch Soldaten. Aber die Trageweise der Kleidung deutet auf "nicht aktiven" Dienst hin. Vielleicht sogar gestellte Deserteure. Aber Desertion war unter Jägern extrem selten, insofern wundert es mich. Für ertappte Deserteure steht der Soldat aber auch zu gelassen da. Hier wage ich eine Bestimmung erst unter einer sehr genauen Auflösung..."


Was für Rückschlüsse kann man aus der Architektur dieses Turmes schliessen?

Grossformat

 

Dies ist das Zifferblatt der Uhr, für die aus dem Bild ein Loch herausgeschnitten ist.

 



Antworten aus "wer-weiss-was":

 

2001.05.20 Heinrich:

"...Die Befestigung des Zifferblattes mit Schrauben (?) (Anmerkung von Monique Bonanomi: Es sind herumgebogene Metallteile) in den fast bis zur Minuterie hin reichenden V-förmigen Ausschnitten und die zu grosse Lunette, die diese Ausschnitte nicht verdeckt, bestärken den Verdacht einer Marriage. Möglicherweise ist auch das Zifferblatt irgendwann einmal ersetzt worden... 

 


Auf dem Zifferblatt lese ich:

NADOLLET

GENEVE

Wer weiss etwas über diesen Uhrmacher?

 

Grossformat

 

Ansicht auf das Bild von hinten.

 

Grossformat

 

Die Leinwand ist auf einem Holzrahmen aufgespannt. Dieser ist am Bilderrahmen befestigt. Man erkennt die Öffnung, die für die Uhr aus der Leinwand herausgeschnitten wurde. Diese Elemente sieht man in der oberen Hälfte der Abbildung.

In der unteren Hälfte der Abbildung wird der Holzkasten gezeigt, auf welchem das Uhrwerk aufgeschraubt ist.

Der Holzkasten und der Holzrahmen sind mit einem Scharnier verbunden.

 

Grossformat

Bild mit Rahmen

 

 

 

 

Breite

Höhe

Tiefe

(wovon Tiefe des 

Rahmens allein 5 cm)

99 cm

82 cm

18 cm

 

 

Bild ohne Rahmen

 

Breite

Höhe

80 cm

64 cm

 

Das zerrissene Bild ist hier mit einer andern Leinwand überklebt.

 

Grossformat

 

Uhrwerk aus Messing, Zifferblatt emailliert.

Wöchentlich müssen das Uhrwerk und das Schlagwerk aufgezogen werden. Das Schlagwerk betätigt ein Hämmerchen, welches halbstündlich auf eine Drahtspirale schlägt.

Die Uhr wurde etwa 1975 revidiert.

 

Grossformat

Uhrwerk

(inkl. Hämmerchen und Pendel)

Breite

Höhe

Tiefe

23 cm

29 cm

8 cm

Uhrwerk allein
(ohne Befestigungsfüsse, aber inkl. Zifferblatt)

Breite
Höhe
Tiefe

11 cm
11 cm
6 cm

 

Antworten aus "wer-weiss-was":

 

2001.05.20 Heinrich:

"...Das Uhrwerk kann sehr wohl aus der gleichen Zeit (erste Hälfte des 19. Jahrhunderts) stammen, vielleicht sogar noch etwas früher. Es ist französisch oder aus der französischen Schweiz. Es könnte das Werk einer Moréz-Uhr (frz. Jura) sein. Der Uhrmacher taucht leider nicht im Baille auf, hier muss ich leider passen. 
Ob das Bild ursprünglich für den Einbau eines Uhrwerkes gedacht war, kann man durchaus anzweifeln, da schon früh Bilder mit Kirchtürmen o. Ä. zur Wertsteigerung mit Uhrwerken und/oder Spielwerken ausgestattet wurden. 

Aus den Fotos ist leider nicht ersichtlich, ob die Zifferblattlunette den ausgefransten Rand des Leinwandausschnittes verdecken kann. Wenn dies nicht möglich ist, gehört sie mit Sicherheit nicht zum Bild. Ausserdem passen die Grössenverhältnisse von Zifferblatt und Uhrturm überhaupt nicht zusammen (man hat jedoch früher auf so etwas auch nicht immer unbedingt Rücksicht genommen).

Wie aus den Fotos ersichtlich, ist das Werk samt Zifferblatt und Lunette fest mit der Rückwand des Kastens verschraubt. Für das Werk und u. U. das Zifferblatt ist das auch in Ordnung, aber die Lunette, die ja auch den Ausschnitt im Bild verdecken soll, hat man meistens praktischerweise so befestigt, dass man sie bei zugeklapptem Bild abnehmen kann und so die Leinwand nicht beschädigt...

...Das Pendel ist typisch für französische Werke und kann durchaus aus der Zeit sein (erste Hälfte des 19. Jahrhunderts). 

Der Gong sieht mir sehr nach Bastelei aus..."

 


Auf dem Pendel ist die Ziffer 227 eingraviert

 

Grossformat

 

Auf dem Schlüssel für Uhr- und Schlagwerk ist die Nr. 10 eingraviert

 

Grossformat

Schlüssel

 

 

Länge

Breite

Tiefe

100 mm

50 mm

8 mm

 

Antworten aus "wer-weiss-was":

 

2001.05.25 Hans-Wilhelm: 

"...Die Nummer auf dem Schlüssel ist eine Grössenbezeichnung für das Vierkant im Inneren des Schlüssels...."

 

 

Antworten aus "wer-weiss-was":

 

2001.05.27 Hans-Jürgen: 

"...Zum Aufzugschlüssel ist zu sagen, dass die Nr. 10 die Grösse des Vierkantes angibt. 10 bedeutet das Mass 4,75 mm, auch das Mass 4,5 für die Nr. 10 ist gebräuchlich...."


Webseite Monique Bonanomi (63) und Paul Märki (4060), erstellt am 2001.05.16; letzte Ergänzung am 2004.05.07.

© 2003-2008 Monique Bonanomi